Das Cafeteria-System - Ein gelungenes Beispiel für ein Haltungs- und Fütterungsverfahren tragender Sauen in Gruppenhaltung

Beim Cafeteriasystem teilen sich 2-3 Sauengruppen eine Fressplatzreihe. Dadurch können teure Kastenstände mit Futtervorratsbehältern eingespart werden. Deshalb sind bei diesem System die Investitionskosten um bis zu 40% niedriger (Wiedmann 2002).
Beim Cafeteria-System werden Ruhe-, Aktivitäts- und Fressbereich getrennt. Der Fress- und Aktivitätsbereich kann mit Vollspalten ausgelegt werden. Der Ruhebereich kann als eingestreuter Liegekessel konzipiert werden. Das System lässt sich auch in Altgebäuden integrieren. Es kann entweder als Warmstall oder Kaltstall mit verschiedenen Klimabereichen ausgelegt werden.
An einem Beispiel aus dem Beratungsbezirk des DLR Eifel stellt Ute Schäfer das Cafeteriasystem vor.

Der Wartestall ist für 5 Gruppen zu 40 Sauen als Kaltstall konzipiert. Die Sauen haben 2 Fressplatzreihen mit je 40 Fressständen mit einer lichten Breite von 52 cm zur Verfügung. Die Fressplätze befinden sich auf planbefestigtem Boden und sind zentral verschließbar. Der Gang zum Aus- und Eintreiben ist 2 m breit. ag.
Fressplatzreihe mit Gang
Die Sauen werden gruppenweise einmal täglich nacheinander gefüttert. Alle Tiere erhalten die gleiche Futtermenge über Vorratsbehälter. Je nach Kondition wird von Hand nachgefüttert. Ausreichend Wasser wird zudosiert. Innerhalb von ca. 20 Minuten sind die jeweiligen Gruppen mit dem Fressen fertig. Die Sauen lernen schnell, wann sie an der Reihe sind. Es kommt so zu wenig Treibaufwand und Lärm. Lediglich bei den Jungsauen muss man ein paar Tage lang zusätzliche Anlernzeit einplanen. Nach der Anlernzeit beträgt der Arbeitsaufwand für Fressen und Umtreiben der 200 Sauen 30-45 min pro T
Vorratsbehälter
Im mittleren Bereich befindet sich der Aktivitätsbereich auf Spaltenboden. Dieser liegt um 50 cm höher als der eingestreute Liegebereich und ist durch zwei Stufen zu erreichen. Das Platzangebot im Laufbereich liegt bei ca. 1,2 qm pro Sau. Dort befindet sich auch die beheizbare Wasserversorgung. Der Güllekeller ist 40 cm tief und wird mit Hilfe von zwei Schiebern entmistet. Laut Betriebsleiter funktioniert dieses Güllesystem ohne Schieber keinesfalls.
Wasserversorgung im Aktivitätsbereich
Die Liegekessel von 4,8 m x 8,8 m (1,06 qm pro Sau) werden täglich eingestreut. Das dafür notwendige Stroh wird auf einer Zwischendecke im Stall gelagert. Der Strohverbrauch liegt bei ca. 2 dt pro Tag (1 Rundballen).
Strohlagerung
Behandlungen wie Impfen und Scannen werden in den Kastenständen durchgeführt. Leider sind die Selbstfangbuchten im Vergleich zu Besamungsbuchten schwerer zugänglich. Das Scannen funktioniert am besten, wenn die Sau sich schon ein Stück aus der Bucht heraus bewegt hat. Laut Betriebsleiter könnten die Buchten auch ein Stück breiter sein (60 cm), da sich manche Sauen nach dem Fressen oder vor dem Scannen noch hinlegen. Die Liegebuchten sind relativ knapp konzipiert, wobei bei größerem Platzangebot die Gefahr der Verschmutzung in den Ecken besteht.
Alles in allem betrugen die Stallbaukosten laut Betriebsleiter rund 1.400 € pro Platz.
Der Betriebsleiter hatte schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit einem solchen System gemacht, wobei sich sogar 5 Sauengruppen eine Fressplatzreihe teilten. Die planbefestigte Fläche in den Kastenständen hält er für rutschsicherer und klauenfreundlicher als Spaltenboden. Ein weiterer Vorteil liegt seiner Erfahrung nach v .a. in der einfachen Tierkontrolle, da man die Sauen beim Laufen zum Fressstand gut beobachten kann. Außerdem hat die Haltungsform eine geringe Störanfälligkeit durch den minimalen Technikeinsatz und es besteht die Möglichkeit der Stroheinstreu. Man kann auch ganz auf die Spalten im Laufbereich verzichten. Die Baukosten sind um 20 – 30% niedriger, als bei einem konventionellen Stall. Bei den Betriebskosten entfallen zudem die Energiekosten für Lüftung und Heizung.
Ausführliche Informationen zum Bauen in der Schweinehaltung erhalten Sie bei Jörg Böhmfeld, dem Bauberater der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz unter der Telefonnummer 0651/ 94907-342.





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