Bubble Tea: Voll im Trend – voller Zucker

Stand: 07/24/2012
Brauchten neue Produkte früher erstmal eine Weile Anlaufzeit, bis sie bei den Kundinnen und Kunden angekommen waren, geht es heute mit dem richtigen Marketing blitzschnell, manchmal erreichen Produkte sogar fast über Nacht eine Art Kultstatus. Ein aktuelles Beispiel ist ein Getränk, das sich „Bubble-Tea“ nennt. Plötzlich gibt es den Modetee fast überall, in größeren Städten sogar in eigenen Läden.

Ursprünglich kommt dieses Getränk aus China und Südostasien und wird aus grünem oder schwarzem Tee unter Zugabe von Milch und Fruchtsirup hergestellt. In der modernen Variante ist der Ausgangsstoff ein Basispulver aus Hibiskus-, Grün- oder Schwarztee, Magermilchpulver und Früchten. Geschmacksvarianten werden durch Zugabe von Sirup mit verschiedenen Geschmacksrichtungen erzielt, z.B. Caramel, Cranberry, Kirsch, Mango, Pfirsich und vieles mehr. Der Geschmack wird durch die Zugabe unterschiedlicher Aromen verstärkt. So richtig schön bunt wird es durch den Zusatz von Lebensmittelfarbstoffen, darunter auch die umstrittenen Azo-Farbstoffe.

Der besondere Hit aber sind farbige, erbsengroße Kügelchen, die durch einen extra breiten Strohhalm aufgesaugt werden, durch Draufbeißen im Mund zerplatzen und dadurch ein besonderes Mundgefühl verursachen. Diese „Bubbles“ bestehen meist aus Tapioka- oder anderer Speisestärke oder einem Algenextrakt und sind gefüllt mit aromatisiertem Zuckersirup.

Als gesundheitlich problematisch gilt vor allen Dingen der hohe Zucker- und damit hohe Kaloriengehalt. Ein „kleiner“ Becher (300 Milliliter) Bubble-Tea liefert 300 bis 500 Kilokalorien. Mindestens ein Teil des Zuckers im „Perlen-Tee“ ist Fruchtzucker (Fruktose). Das stellt ein zusätzliches Problem dar, weil ein hoher Verzehr von Fruktose für Übergewicht, Erhöhung der Blutfettwerte und steigendes Gicht-Risiko mitverantwortlich gemacht wird.
Bedenklich ist auch der relativ hohe Koffeinanteil aus dem Tee, gerade weil die eigentliche Zielgruppe Kinder sind.

Da bei dem Verkauf von loser Ware einzelne Inhaltsstoffe nicht ausführlich angegeben werden müssen, ist nicht klar, welcher Sirup mit Azo-Farbstoffen gefärbt worden ist. Erst ab Dezember 2014 ist eine ausführliche Deklaration auch hier Pflicht. Bei verpackter Ware müssen diese Farbstoffe seit zwei Jahren mit dem zusätzlichen Warnhinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden.

Eines muss also auf jeden Fall klar sein: Mit Bubble-Tea nimmt man kein gesundes Getränk zum Durstlöschen auf, sondern ein Kunstgetränk, das eigentlich eine Süßigkeit ist.


Quellen





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